Zottelstedter Direktvermarkter schlachtet EU-gerecht

  • Fleischer Uwe Helmich aus Zottelstedt zerlegt im neuen Schlachthaus ein rund 800 Kilo schweres Rind. Foto: Thomas Müller Fleischer Uwe Helmich aus Zottelstedt zerlegt im neuen Schlachthaus ein rund 800 Kilo schweres Rind. Foto: Thomas Müller
Fleisch und Wurst vom Direktvermarkter stehen wegen der hohen Qualität bei vielen Verbrauchern nach wie vor hoch im Kurs. Damit die Direktvermarkter auch weiterhin schlachten dürfen, müssen sie neue EU-Kriterien erfüllen. Im Kreis haben vier die nötige Zulassung erhalten. Einer von ihnen ist Jürgen Helmich aus Zottelstedt.
Kreis Weimarer Land. Alle vierzehn Tage werden im Landwirtschafts- und Familienbetriebes Helmich im Apoldaer Ortsteil Zottelstedt drei Schweine sowie ein Rind geschlachtet und frisch verarbeitet. Anschließend verkauft man die Fleisch- und Wurstprodukte direkt an die Kunden. Seit etlichen Jahren lief das stets so ab.

Allerdings mussten Jürgen Helmich und sein Sohn Uwe im vergangenen Jahr mächtig investieren. Und das, weil für Direktvermarkter wie Helmich mit Beginn des Jahres im Wesentlichen die gleichen Hygienestandards gelten wie für die Großbetriebe. Werden die strengen Vorschriften nicht erfüllt, ist es Aus mit der Direktvermarktung. So blieb Jürgen Helmich also nichts weiter übrig, als "mehrere 10.000 Euro" in den Betrieb zu investieren. Er sieht die Notwendigkeit ein, wenngleich es von der Beantragung bis zur Fertigstellung "ein steiniger Weg" war. Mit den Ämtern ist er aber zufrieden, die hätten ihn nach Kräften unterstützt, aber auch strenge Forderungen aufgestellt, sagt er. Und will von dem ganzen bürokratischen Aufwand, von dem ein Aktenordner zeugt, lieber gar nicht erst reden.

Neu errichtet wurden unter anderem ein Schlacht-, Ausweide und ein Zerlegeraum sowie eine Kühlzelle, sagte Helmich im Gespräch mit unserer Zeitung. Auch ein Schürzen-Reinigungs-Kabinett sowie eine Vorrichtung zum Säubern von Gummistiefeln schaffte man an. Abgenommen wurde die Anlage durch das Thüringer Landesamt für Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz in Bad Langensalza. Fleischer Uwe Helmich schlachtete dort gestern ein 800 Kilo schweres Rind, aus dem unter anderem rund 300 Rouladen gewonnen werden.

Gisela Squara schaute sich von Amts wegen im Betrieb um. Die Chefin der Lebensmittelüberwachung im Kreis sagte, dass bei den Direktvermarktern besonders die räumliche Trennung in einen schwarzen (Schlachten) und einen weißen (Ausweiden) Bereich wichtig sind. Die Zulassung für Schlachtungen im Rahmen der Direktvermarktung haben nach ihrer Worten mittlerweile vier Betriebe im Weimarer Land. Dabei handelt es sich neben Zottelstedt um einen in Isseroda, Krautheim sowie einen in Niedertrebra.


Dirk Lorenz-Bauer / 30.04.10 / TA
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